Home
Kirchenfest 2024
Neues aus der Heimat
Gästebuch
Kontakt
Geschichte
Bilder
Erlebnisse
Impressum
Aktuelles Wetter

zurück nach oben

Ein Beitrag von Frau Ingeborg Leo

Im Januar konnte Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien und Träger des Europäischen  Karlspreis  seinen 80 igsten Geburtstag  feiern. Gern erinnern wir uns noch an den Schriftwechsel mit ihm  in den  Jahren 1997 und 1999.

Anlässlich der abgeschlossenen Renovierungsarbeiten an der Neugeschreier Kirche hatten wir ihn zum  Neigeschra’er Fest im Juni 1997 eingeladen. Aus terminlichen Gründen hat er leider abgesagt, uns aber ein Grußwort für unserer Festschrift (s. Seite  11  u.12 mit Bild ) geschickt, sowie eine großzügige Spende auf unser Kirchenkonto überwiesen.

Er hatte einen besonderen Bezug zu Böhmen und dem Erzgebirge – war er doch auch ein Vertriebener. Auf Schloss Skalken bei Leitmeritz wurde Christoph Maria Schönborn am 22. Januar 1945 geboren und wenige Wochen danach mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder auf Grund der Benesch Dekrete ausgesiedelt.

Das Schloss Skalken war von 1796 – 1945  im Besitz der Familie Schönborn. Aus den adligen Linien sind in den vergangenen Jahrhunderten Reichskanzler, ein Kurfürst von Mainz und Fürstbischöfe in Würzburg hervorgegangen. So schloss sich der Kreis mit ihm als Kardinal von Wien.

Mit nichts kam seine Mutter mit den beiden Söhnen in Österreich an und sie haben bis Ende der 90 iger Jahre in sehr provisorischen Verhältnissen gelebt. Natürlich konnte er sich nicht erinnern, aber aus den Erzählungen der Großeltern und seiner Mutter hat er seine Heimat kennen gelernt. Nach Schule und Studium – es war für ihn klar, dass er Priester werden wollte – wurde er im Dezember 1970 zum Priester geweiht. Im April 1995 ernannte ihn Papst Johanns Paul II. zunächst zum Erzbischof-Koadjutor mit Nachfolgerecht. Am 14. September des gleichen Jahres wurde er zum Erzbischof von Wien geweiht. Er führte anfangs die österreichische katholische Kirche durch eine schwere Krise und versuchte durch seine kompromisslose Aufklärung des Mißbrauchsskandals seines Vorgänger die Gläubigen zusammen zu halten, was ihm auch gelungen ist.

Er war ein nahbarer Kardinal, der nie den Kontakt zu den Menschen verloren hat, was er auch durch die persönlichen Briefe an die Neugeschreier zum Ausdruck brachte. Nun geht er nach 30 Jahren in den verdienten Ruhestand  und wurde mit den Worten „Hirte, Krisenmanager und Sudetendeutscher" im Stephansdom zu Wien feierlich verabschiedet.

Ingeborg  Leo 

Foto der Sudetendeutschen Zeitung am 10.01.2025, erstellt von Frau Leo

Kardinal Dr. Christoph Schönborn
feierte am 22.01.2025 seinen 80. Geburtstag